… im Elatia Nashorn Schutzgebiet

Während meiner Zeit in Afrika hatte ich das Glück, Nashörner viele Male zu begegnen. Diese Tiere sind absolute Ikonen Afrikas, und jede Zeit, die man mit ihnen verbringt, ist ein Privileg. Während meiner Führungsausbildung in Südafrika bin ich wild lebende Nashörner mehrmals zu Fuß verfolgt und beobachtet. Bei der großen Mehrheit dieser Sichtungen sah ich einen Blitz eines Horns, eine dunkle, stämmige Gestalt oder einen massiven Hintern, der sich durch dichtes Buschwerk verbarg. Ein Besuch im Elatia Nashorn Schutzgebiet ermöglichte es mir, diese majestätischen Tiere wie nie zuvor zu sehen.

Nach einer vierzig Minuten Fahrt vom Mara Siria Camp wurde ich von Opiyo empfangen – einer der zehn engagierten Ranger, die sich um die sieben Weißen Nashörner im Schutzgebiet kümmern. Er stieg in mein Auto, und zusammen fuhren wir ins Schutzgebiet hinein, wobei wir das 30 Hektar große Areal langsam umrundeten. Während der Fahrt erklärte mir Opiyo, wie die Nashörner hier in jungem Alter ankommen und bleiben, bis sie das Jugendalter erreichen, woraufhin sie in eine andere Einrichtung verlegt werden.

Zwanzig Minuten später entdeckte Opiyo vier Nashörner, die Schutz vor der Tageshitze unter dichtem, hohem Buschwerk suchten. Er ließ einen langen, hohen Pfiff ertönen, und die Nashörner reagierten sofort, wobei sie schwerfällig aus dem Schatten ins Freie trampelten. Es war der beste und klarste Blick auf Nashörner, den ich jemals hatte. Wir waren so nah dran, dass ich die einzelnen Vertiefungen in ihrer Haut erkennen konnte, fast schuppenartig – ein herrlicher Anblick für jeden Wildtierliebhaber.

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Wir folgten den Nashörnern und beobachteten sie vom Auto aus. Anfangs waren sie zwar viel entspannter als die wilden Nashörner in der Mara, doch immer noch leicht vorsichtig gegenüber unserer Anwesenheit. Opiyo erklärte mir, dass sie immer so sind, aber wenn man bei ihnen bleibt, entspannen sie sich nach wenigen Minuten. Wir blieben bei ihnen und starteten gelegentlich den Motor, um sie einzuholen, während sie die Büsche als Deckung nutzten und sich sicherer fühlten, wenn sie im Buschwerk verborgen waren.

Schließlich wagten sie sich in eine Lichtung vor, entspannter in Bezug auf unsere Anwesenheit, obwohl sie immer noch wachsam auf uns achteten. Opiyo gab mir grünes Licht, um auszusteigen und mich ihnen zu Fuß zu nähern. Ich bin schon immer davon überzeugt gewesen, dass die Wildtierbeobachtung zu Fuß dem Beobachten vom Fahrzeug überlegen ist. Wenn du Tieren face-to-face gegenüberstehst, ohne Barrieren zwischen euch, kannst du sie auf ihrer eigenen Ebene beobachten und ihre ganze Pracht würdigen. Dies war eine einzigartige Gelegenheit, einer von Afrikas am stärksten bedrohten Arten direkt gegenüberzustehen, und ich wollte sie mir nicht entgehen lassen.

Es ist vielfach dokumentiert, dass Nashörner ein sehr schlechtes Sehvermögen haben und sich hauptsächlich auf ihren hervorragenden Geruchs- und Hörsinn verlassen. Zwar haben sie nicht das beste Sehvermögen, können aber in Entfernungen bis 50 Metern besser sehen als oft angenommen. Ich stieg langsam aus dem Auto aus, vorsichtig, um keine plötzlichen Bewegungen zu machen, die die Nashörner erschrecken könnten, und begann meine vorsichtige Annäherung. Sie auf ihrer eigenen Ebene zu beobachten – und nicht aus dem Komfort eines Fahrzeugs heraus – ermöglichte es mir, die Schönheit einer der am meisten gefährdeten Arten Afrikas wirklich zu würdigen.

Geschrieben von Charlie Mack, Ranger & Guide im Mara Siria Camp

Elation Rhino Sanctuary - Nashorn Schutzgebiet